Ich habe mich entschieden bei dem Wettbewerb mitzumachen, weil schon das Thema ansich so toll ist!

Parisian Chic! (http://talent.burdastyle.de/) – voll meins!

 

Und hier könnt Ihr für mein Beitrag abstimmen:

http://talent.burdastyle.de/frontend/detail/373/Roxana

Ich habe zwar geplant einen Jacket in Dior-Style zu dem Kleid zu nähen… Hat aber zeitlich leider nicht geklappt… Daher bin ich bei dem Kleid geblieben..

und damit habe ich mich beworben…

Das habe ich zum Entwurf und Umsetzung geschrieben:

„Parisian Chic“ – da musste ich mitmachen!

Als ich das Thema beim diesjährigen BURDA-Style-Talentwettbewerb gelesen habe, musste ich einfach mitmachen: Paris ist für mich nicht nur Stadt der Liebe, sondern auch DIE Hochburg der Mode!

Warum dieses Kleid?

Beim Entwurf für mein Kleid habe ich mich von der Pariser Haute Couture der 50ger Jahre und Schnitten von Christian Dior, Balenciaga, Chanel und Nina Ricci inspirieren lassen. Typisch für diese Mode-Epoche waren Sanduhr-Figur-Silhouette, Schleifen und außergewönnliche Falten.

Ich bin seit Jahren ein großer Fan von Pariser Vintage-Schnitten, die sehr schwierig zu bekommen sind. Deswegen beschäftige ich mich intensiv mit Moulage-Technik, einer ursprünglich französischen Schnitt-Technik, die jetzt immer populärer wird und im englischen als „Draping“ und „Folding“ bekannt ist.

Deswegen habe ich das Kleid in per Moulage-Technik direkt an einer Figurine zusammen- gesteckt und für mich passend in Größe 40 vernäht. Damit es etwas zeitgemässer wirkt, habe ich mich für den Arrow-Ärmel-Ausschnitt entschieden.

Der Schal-Kragen lässt sich vorne zu einer großen Schleife, direkt am Schlüsselloch- Dekollete zusammenbinden. Auf der linken Seite ist ein nahtverdeckter Reißverschluss angenäht. Weil die Silhouette schmal nach unten verläuft, habe ich hinten einen Schlitz integriert und den Saum mit Blindstich versäumt. Stoff: 100% PE.

So würde ich es am liebsten tragen!

Ich stelle mir vor, dass ich in diesem Kleid in Kombination mit einem Blazer während des Tages über die Champs-Élysée flaniere, im Café sitze und das schöne Wetter genieße!

Und dann abends -ganz schick- mit einem Federüberwurf eine Vorstellung im Moulin Rouge geniessen!

 

… und das ist Text zu meiner Person:

Mode kommt und geht – Eleganz bleibt! -Coco Chanel

 

Ich heiße Roxana, bin 47 Jahre alt und lebe seit fast 25 Jahren in meiner Wahlheimat Bremen.

Seit meiner Kindheit interessiere ich mich für Mode. Freiwillig folge ich allerdings nicht jedem Trend (Warum? Lese unten)! Denn wie sagte Coco Chanel, für mich in Begriff der französischen Haute Couture: Mode kommt und geht – Eleganz bleibt! Nun maße ich mir nicht an, mich mit der Grande Dame der Mode zu messen, habe sie jedoch immer als Vorbild gesehen!

 

Am Anfang war es nur ein dürres Mädchen mit großen Träumen!

 

Ich bin in einem Land groß geworden, das seither politisch und wirtschaflich stark gezeichnet war – Tadschikistan. Stoffe waren Luxus! Uniformierte, wohin das Auge reichte… Die Farbpalette in der Bekleidung war auf khaki, braun, marine oder dunkelgrau beschränkt. Das Höchste der Gefühle war die Farbe rot – aber dazu komme ich später.

 

Was habe ich mich als Mädchen gefreut, wenn die Nachbarstochter ihren Kleiderschrank ausgeräumt hat und ein paar Kleidungsstücke an mich weiterreichte, weil sie aus diesen herausgewachsen war – Für mich DER Himmel auf Erden! Es gab nur ein Problem: Ich war groß, dürr und schlacksig. Egal was ich anzog, ich sah aus wie ein Häufchen Elend in einem Sack!… Was nun? Umnähen! Mutti hatte eine alte Nähmaschine in der Garage stehen, so eine mit Hardcover-Deckel aus Holz und eine Kurbel an der Seite!

 

So hat es alles angefangen. Zuerst habe ich nur Kleidung für mich und meine beiden kleinen Schwestern umgenäht. Dann dürfte ich auch aus einem alten Kleid von Oma für meine Mama eine Bluse nähen. Heute sagt man „Upcycling“ dazu – damals war es einzige Möglichkeit!

Und dann geschah ein kleines Wunder! Mutti arbeitete in der Verwaltung und schleppte eines Tages ein paar Meter roten Baumwollstoff mit nach Hause. Es war „Überbleibsel“ der obligatorischen „Tag der Arbeit“-Parade am 1 Mai (Oh je – Kopfkino: wehende Fahnen, Stechschritt und Salutieren…) Normalerweise malte man politische Sprüche und Parolen drauf, aber ich dürfte es –ganz politisch unkorrekt- zum Nähen behalten!

 

Und weil sich die Story Mitte der Achtziger abspielte und ich 16 Jahre alt war, nähte ich mir einen „mega modischen“ Jumpsuit daraus mit einem mehrreihigen Gummizug, dreieckigen Seitentaschen, die ich mit einem Plastik-Ring von Kinderschnullern (Kurzwaren ? Was ist das ??) dekoriert habe und Hosen in Bananen-Form – und das ganze in rot! Seitdem ist rot neben schwarz und weiß meine Lieblingsfarbe.

Im nachhinein war der Jumpsuit eine gute „Lehre“: Man muss nicht jedem Trend folgen. Danach folgten -um nicht zu vergessen- einige Oberteile mit riesigen Football-Schulterpolstern und anderen optischen „Scheusslichkeiten“… Aber man soll ja bekanntlich zu seinen Mode-Sünden stehen!

Eins stand fest – ich wollte Mode-Designerin werden!

Meine Mutti erlaubte mir jedoch nicht, meinen Traumberuf Mode-Design zu studieren. Sie meinte, dass dies „brotlose Kunst“ und „Träumerei“ sei und ich „etwas Anständiges“ lernen sollte. Also wurde ich Diplom-Pädagogin. Im gleichen Jahr, als ich den Abschluß an der Fachoberschule gemacht habe, absolvierte ich heimlich und nebenbei eine Aufnahmeprüfung an der Uni und wurde für ein Kunststudium zugelassen.

 

Wegen Heirat und Auswanderung nach Deutschland musste ich allerdinsg nach 6 Semestern abbrechen. Ich habe jahrelang in Deutschland als Grafikerin gearbeitet. In den Neunzigern/Anfang Zweitausender habe ich gar nicht mehr genäht; es gab keine Notwendigkeit. Kleidung war günstig, die Auswahl groß, schöne Kleidungsstücke waren im großen und ganzen bezahlbar. Je mehr ich mich jedoch mit den Produktionsbedingungen weiter Teile der Modeindustrie beschäftige, umo mehr reifte in mir der Entschluss, nach Alternativen zu suchen. Und das führte in letzter Konsequenz dazu, wieder selber zu nähen.

 

Nähen ist wieder in – und das bleibt hoffentlich auch so. Menschen denken darüber nach, wo ihre Kleidung herkommt. Dieses Umdenken hat auch mich wieder an die Nähmaschine geführt! … und zu meinem Traum: Am 13. April dieses Jahres habe ich mein Studium als „Mode-Designer“ und „Mode-Manager“ an einer privaten Akademie begonnen.

Momentan sehe ich mich aber im Bereich „Nähen“ eher als Autodidaktin und „Intuitiv-Näherin“ nach Bauchgefühl.

 

Eine (sehr) lange Geschichte ist es geworden! Aber so ist das – mit 47 Jahren hat man einige Kerben im Holz des Lebens hinterlassen! Meine Erlebnisse halte ich in meinem Blog „Nalana“ fest. Ich hoffe, mein Kleid gefällt Dir und wenn ja, würde ich mich sehr über Deine Stimme freuen!