Ärmel mit Form-Manschette

Manschetten Varianten

1. Definition: Manschette

Ärmelaufschlag

♦ aus frz. manchette in ders. Bed., Verkleinerungsform von frz. manche „Ärmel“, zu lat. manus „Hand“; in der Gaunersprache bedeutet das Wort Manschetten „Handschellen“, die Redensart Manschetten haben „Angst haben“ bezieht sich auf modebewusste Weichlinge, die Konfrontationen meideten.

Man|schẹt|te 〈f.; –, –n〉

1 um das Handgelenk liegender Abschluss eines Ärmels von einem Hemd od. einer Hemdbluse

2 〈Gaunerspr.〉 Handfessel; ~n vor jmdm. od. etwas haben Respekt, Furcht

3 zierende Umhüllung aus Papier für Blumentöpfe od. –sträuße

4 meist runde Dichtung aus elastischem Material an beweglichen Maschinenteilen

5 〈Sport〉 verbotener Griff am Hals beim Ringen

[< frz. manchette, Verkleinerungsform zu manche »Ärmel« < lat. manica »Handbekleidung«]

2. Geschichte

Erste Erwähnung (laut “Fashion Enzyklopädie” von 1985) von Manschetten ist mit Ende des XVI Jahrhundert datiert. Ursprünglich wurden Manschetten erst in Herrenbekleidung, in Form einer breiten Rüsche oder Volant, als Ergänzung zum Kragen eingesetzt.

In Frankreich wurden Manschetten in XVII und XVIII Jahrhundert auch in Damenkleidung sehr populär und verbreiteten sich schnell über ganze Europa und Russland.

Unsere moderne Form der Manschetten entstand etwa um Biedermeier Zeit (Anfang XIX Jahrhundert)

… ab da waren Manschetten aus der Herrenkleidung nicht mehr weg zu denken:

3. Formen und Arten: Herren-Manschetten

Die klassische Herren-Manschetten kann man in drei großen Kategorien zuordnen:

  • Sportmanschette (auch italienische Manschette): Eine geknöpfte Manschette ohne Umschlag, deren knöpfbare Teile übereinander gelegt werden.

Doppelknopf-Manschette abgerundet

Doppelknopf-Manschette eckig

„Florentinische“ Manschette

„Hamburger“ Manschette

„Londener“ Manschette

Sportmanschette eckig

Sportmanschette abgerundet

 

  • Kombimanschette/convertible cuff  (auch Wiener Manschette): Einfache Manschette, die (auch) mit einem Manschettenknopf geschlossen werden kann. Zum Frack werden als Besonderheit nur Hemden mit Kombimanschette getragen.

Neapolitanische Manschette

Wiener Manschette

  • Umschlagmanschette/French Cuff (auch Umlegemanschette, französische Manschette oder Doppelmanschette): Sie besteht aus einer doppelten Stofflage, die zum Handgelenk zurückgeschlagen wird und gegebenenfalls mit einem Manschettenknopf geschlossen wird. Dies ist die eleganteste und formellste Form der Manschette. Hemden zum Smoking werden nur in dieser Form getragen.

Englischer Umschlag

Französische Umschlag

und weitere Varianten:

Daniel Graige hat als James Bond zum Beispiel so genannte “Cocktaill Manschetten” wieder populär gemacht. Typisch für diese Doppelmanschette war, dass die linke Manschette immer ein Tick breiter war als die rechte, so dass der Träger problemlos seine Rolex oder Breitling Uhr drunter tragen könnte.

4. Klassische Form-Manschette in Damenbekleidung

Variante 1:

Klassische Form-Manschette für Damenbekleidung wird aus einem Grundschnitt (GS) eines schmales Ärmel mit hoher Kugel konstruiert:

… in diesem Fall sieht fertige Ärmel mit einer Form-Manschette dann so aus: Dieser Ärmel wird oben und unten gleichmässig stark gekräuselt

Bei nächsten Variante wird Ärmel glatt angenäht und nur an dem Ansatznaht, an die Manschette stark gekräuselt:

… der GS (Grundschnitt) wird nur unten (Ansatznaht) auseinander gezogen:

… und bei dieser Variante wird an der hohen Kugel wenig gekräuselt und an der Manschette stark gekräuselt:

…und so sieht der GS für diesen Ärmel:

(Die Schritt für Schritt Anleitung für die Konstruktion einer Form-Manschette, so wie Angaben zu Mehrlängen und Abständen, gibt es nur als kostenpflichtiger Beitrag mit Passwort)

Mögliche Varianten von Form-Manschetten als Ärmelabschluss:

… und hier ein Paar Insperationen zu weiteren Design-Formen:

Viel Spaß beim konstruieren und nähen!

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